Turismo Comunitario

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Damit alle etwas davon haben

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und gemeinsam mit den Projektpartnern Kate Umwelt und Entwicklung und VSocial Foundation konnten wir im Jahr 2017 das Projekt Turismo Comunitario in Ecuador in Gang setzen. Zusammen arbeiten wir an einem Konzept, um indigene Gemeinden in Ecuador an positiven Tourismusentwicklungen teilhaben zu lassen und dadurch ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Gemeinsam für den Gemeinschaftstourismus

Ecuador bietet durch seine vielfältigen Regionen und seine kulturelle Diversität herausragende Tourismuspotenziale. Andererseits ist das Land stark von Ungleichheiten geprägt und vor allem in ländlichen Regionen herrscht Armut vor. Eine Möglichkeit, damit auch kleine Gemeinden vom Tourismus profitieren können, bietet das Konzept des Gemeinschaftstourismus (auf Spanisch: Turismo Comunitario). Gemeinsam mit unseren Projektpartnern und gefördert durch das BMZ unterstützen wir Gemeinschaftstourismusinitiativen in Ecuador.

Logos der Projektpartner TourCert, VSocial Foundation und Kate sowie des Förderers BMZ.

Unser Ziel – Armutsbekämpfung durch wirtschaftliche Selbstständigkeit

Der Gemeinschaftstourismus hat als Teil der indigenen Bewegung eine langjährige Tradition in Ecuador. Reisende erhalten hierbei authentische Einblicke in den Alltag der lokalen Bevökerung und können hautnah mehr über indigene Kulturen erfahren, z.B. bei geführten Wanderungen, beim Helfen auf dem Feld und bei landwirtschaftlicher Arbeit, bei Workshops zum Erlernen von traditionellen Handwerken wie Töpfern und Weben oder beim gemeinsamen Kochen. Für die lokalen Gemeinden ist diese Integration in den Tourismus wichtig, sowohl um ihre Kultur weiterzugeben als auch um zusätzliche Einnahmen zu traditionellen Einkommensquellen der Land- und Viehwirtschaft zu erwirtschaften, und folglich um wirtschaftlich selbstständiger zu werden.

Mädchen in traditionellem Kostüm auf einem Umzug in Ecuador.

Schritt für Schritt

Ausgangssituation verstehen

Zunächst haben wir eine Analyse des Status Quo und der Entwicklung des Gemeinschaftstourismus in den letzten 15 Jahren durchgeführt. Ausgehend von den erhobenen Daten können wir die darauffolgenden Aktivitäten zielgruppengerecht planen, gestalten und umsetzen.

Messbare Standards entwickeln

Gemeinden des FEPTCE-Verbandes tauschen ihre Erfahrungen aus und entwicklen gemeinsam mit dem Projektteam einen Kriterienkatalog für eine nachhaltige Wirtschaftsweise und das Organisationsmodell des Gemeinschaftstourismus.

Pilotprozess starten

Das Organisationsmodell wird in drei Pilotgemeinden in Ecuador eingeführt. Das Projektteam unterstützt die Gemeinden durch themenspezifische Workshops (z.B. Produktentwicklung) und durch Vor-Ort-Besuche bei der Umsetzung des Modells. Abschließend erfolgt die Zertifizierung.

Aus Erfahrungen lernen

Auf Grundlage der bisherigen Praxiserfahrungen überarbeit das Projektteam den Kriterienkatalog und überträgt anschließend das verifizierte Modell auf weitere Tourismusgemeinden.

Marketing und Netzwerk

Das Projektteam setzt Marketingaktivitäten zur Verbreitung des Modells um (Social Media, Newsletter, Pressereisen usw.) und fördert den Austausch zwischen den lokalen Gemeinden und europäischen Reiseveranstaltern aus der TourCert Community.

Unser Erfolg

Seit dem Start des Projekts im Mai 2017 hat sich einiges getan:

Kriterienkatalog

Für das Organisationsmodell des Gemeinschaftstourismus wurde im Austausch mit lokalen Partnern und den Gemeinden ein neuer Kriterienkatalog erarbeitet. Der Kriterienkatalog kann über das Projektende hinaus genutzt werden und ermöglicht damit zukünftig die Zertifizierung von Gemeinschaftstourismusinitiativen.

Pilotgemeinden

Das verbesserte Organisationsmodell mit Zertifizierungssystem wird momentan in drei Pilotgemeinden umgesetzt. Es soll anschließend in 10 weitere Gemeinden des Dachverbandes FEPTCE übertragen werden.

Transfer

Das TourCert-System für Gemeinschaftstourismus hat den ersten Praxistest in den Pilotgemeinden in Ecuador erfolgreich bestanden. Die Projektpartner planen daher bereits gemeinsam, das Engagement auf weitere Länder Lateinamerikas auszuweiten.

Multiplikation

Das Netzwerk mit den Partnerorganisationen, Verbänden und politischen Institutionen vor Ort zeigt Wirkung. Es gibt bereits Anfragen von weiteren interessierten Gemeinden, die auch in den Prozess einsteigen möchten.

Wie geht’s weiter?

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen sind wir hochmotiviert, das TourCert System für Gemeinschaftstourismus in weiteren lateinamerikanischen Ländern einzuführen und so dazu beizutragen, den Tourismus für die lokale Bevölkerung fairer zu gestalten. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Cilia Mayer

Junior Project Manager

cilia.mayer@tourcert.org

+49 711 24839727

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