TourCert Journal

Wie aus Geschäftspartnern Kooperationspartner werden

Blick in die Baumkrone eines hohen Baums

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Warum die Wertschöpfungskette und der Dialog mit Geschäftspartnern im TourCert System so wichtig sind

Die herrschende Wirtschaftsweise zerstört Mensch und Natur. Die dramatische Entwicklung der sozialen Ungleichheiten und der Naturzerstörung werden immer offensichtlicher. Worin besteht die Zukunft des Tourismus, wenn Tourismusattraktionen durch Overtourism überlaufen sind, die Naturräume abnehmen, fruchtbare Böden veröden, Tier- und Pflanzenarten immer schneller ausgerottet werden und Gesellschaften zusammenbrechen?

Tourismus kann unsere Welt besser machen

Als weltweit größter und dynamisch wachsender Wirtschaftszweig hat der Tourismus eine besondere Verantwortung. Und wenn eine andere Wirtschaftsweise notwendig ist, dann haben Tourismusunternehmen vielleicht sogar besonders hohe Potentiale die neue Wirtschaftsweise auszugestalten und als „Changeleader“ vorzuleben. Tourismus ist weltoffen und sensibel für Naturräume; aufgrund laufender Veränderungen ist Flexibilität und Lernbereitschaft gefordert; die Vielfalt und Naturorientierung wichtiger als eindimensionale Effizienzmaximierung und ausschließliche Ertragsfixierung.

Tourismus ist partnerschaftlich angelegt, da die Tourismuserfahrungen für die Reisenden nur dann einzigartig werden, wenn alle Partner in der touristischen Leistungskette optimal zusammenarbeiten. Egotrip und rücksichtsloses Konkurrenzdenken sind da nicht angesagt. Insofern kann der Tourismus Wegbereiter einer anderen Wirtschaftsweise und der notwendigen globalen Transformation sein.

Paar in herbstlicher Natur
Ein partnerschaftlich-orientierter Ansatz ist entscheidend

Von der aktuellen Ausgangslage her sehen wir drei vielversprechende Ansatzpunkte für den Einstieg in eine andere touristische Wirtschaftsweise:

1. Kooperation statt Konkurrenz

Die Zusammenarbeit zwischen den Geschäftspartnern entlang der touristischen Wertschöpfungskette ist erfolgsentscheidend. Es ist schädlich, wenn in der Zusammenarbeit nur zählt, was sich rechnet und der Billiganbieter die besten Chancen hat. Wenn jeder nur an sich denkt, kann das Ganze nicht optimal werden. Unser Ansatz ist daher, dass aus der sogenannten Lieferkette ein partnerschaftliches und lernendes Kooperationsnetzwerk wird.

Löwenzahn mit Wasserperlen
Vom Ökosystem Natur lernen

2. Von der Natur lernen: Systemisch denken und handeln

Die Natur (unser globales Ökosystem) liefert die entscheidenden Produkte für das Überleben und die Lebensqualität der Menschheit. Dabei funktioniert es dezentral und vielfältig, einzigartig effektiv und kooperativ. Die Natur zeigt uns, wie dumm und destruktiv unsere Wirtschaftsweise ist.

Naturgemäß wirtschaften heißt Vielfalt fördern und Maß halten. Tourismusunternehmen machen gute Geschäfte mit den Leistungen der Natur. Höchste Zeit daher, dass die Unternehmen sich mit den Ökosystemen beschäftigen und daraus Konsequenzen für ihre eigene Wirtschafsweise und die Ausgestaltung ihrer Reiseprodukte ziehen. Unser Leitbild sieht vor, entsprechende Unternehmenskulturen und systemische Managementelemente zu fördern, sich durch die Natursysteme inspirieren zu lassen und zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle und Reiseprodukte beitragen.

Fahrradfahrer blickt auf ein Tal
Neue Reisekultur fördern

3. Reisende für eine neue Reisekultur begeistern

Tourismus ist der Stoff aus dem die Träume sind; hier geht es um Emotionen und Visionen. Touristen sind frei vom Alltagsdruck und offen für neue Erfahrungen. Die notwendige globale Transformation benötigt auch ganz wesentlich neue Konsummuster und Lebensstile. Hier kann der Tourismus wichtige Entwicklungshilfe leisten und die Reisenden für eine neue Konsum- und Reisekultur begeistern. Unternehmerischer Mut für neue Wege und kreative Reisemodelle sind gefragt. Wir unterstützen mit der Vernetzung von Leistungsanbietern die Entwicklung innovativer Produkte und Vertriebsmodelle.

Zwei junge Männer erklimmen einen Gipfel
Mit Kooperation zum gemeinsamen Erfolg

Chancen ergreifen

Das globale Programm für eine bessere Welt, die 17 Sustainable Development Goals der UN zeigen in der Agenda 2030 den Weg und markieren die notwendigen Weichenstellungen für die Zukunft. Nicht umsonst ist das Ziel Nr. 17 dem Aufbau von neuen Partnerschaften gewidmet. Nehmen und geben müssen im Gleichgewicht sein. Und so kommen wir zur Ausgangsthese zurück: Tourismus kann die Welt besser machen – ein erster Schritt ist die Kollaboration innerhalb von Netzwerken entlang der Wertschöpfungskette.

 

Tags
Kooperation, Natur, Netzwerk, Sustainable Development Goals, Wertschöpfungskette

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