TourCert Journal

Frauenpower für eine nachhaltige Entwicklung in Las Galeras

Ein wunderschöner Strand in Las Galeras mit Blick auf das Festland.

Share

Las Galeras in Samaná erhielt Ende des Jahres 2019 die TourCert-Zertifizierung für Destinationen und wurde dabei von 11 Partnerbetrieben begleitet, die mit dem TourCert Check ausgezeichnet wurden. Durch den Prozess hat sich das Verständnis für den Erhalt und Schutz der Umwelt, der Artenvielfalt vor Ort und auch das Bewusstsein der Bevölkerung für das Thema Nachhaltigkeit verstärkt.

Einige Initiativen dazu gab es bereits, wie Pastorin De Los Santos berichtet. Sie hat vor Jahren mit ihrem Mann in Las Galeras begonnen, Frauen praktische Handwerksarbeiten wie Backen und Nähen zu lehren und bietet entsprechende Kurse nach wie vor im eigenen Zuhause an. Jede Teilnehmerin bringt dafür ihr eigenes Arbeitsmaterial mit und beteiligt sich mit US $1,00 an den Kosten für die Stromrechnung.

Jahre später und mit der Unterstützung anderer engagierter Frauen entstand die Idee, einen Verein zu gründen.
“La Asociación de mujeres emprendedoras de Las Galeras”(AMEGA) – zu Deutsch „Der Verein der Unternehmerinnen von Las Galeras“ wurde vor 12 Jahren gegründet und erhält Unterstützung des Nationalen Instituts für technisch-berufliche Ausbildung (INFOTEP). Das Institut unterstützt den Verein mit Lehrkräften und stellt bei erfolgreich absolviertem Kurs eine Urkunde aus. Das Arbeitsequipment (z.B. Nähmaschinen, Herdplatten mit Backöfen) erhält der Verein durch Spenden.
Die Mehrheit der Teilnehmerinnen unterstützt die eigene Familie mit den erlernten Fähigkeiten, z.B. Nähen, Backen und Kochen, Kosmetische Behandlungen (Maniküre, Pediküre, Massage), Handarbeit, Tischlerei und Tapezieren. Einige Teilnehmerinnen führen jedoch mit ihren Kenntnissen zu Kühltechnik und Elektrizität auch Berufe aus, die in Las Galeras sonst traditionell eher Männern vorbehalten sind.

Studierende der Konditorei.
Die Teilnehmerinnen der Konditorei erhalten nach ihrem erfolgreichen Kurs ein Zertifikat von INFOTEP.

Teilnehmerinnen der Nähkurse erhalten von der Kirche gebrauchte Kleidung, aus der sie dann zum Beispiel Einkaufstaschen nähen, die Plastiktüten ersetzen und damit zu Plastikreduzierungen führen können.

Studierende des Vereins. Im Hintergrund sind die Taschen, die die Studentinnen genäht haben, zu sehen.
Die Teilnehmerinnen des Nähkurses präsentieren einem Repräsentanten von INFOTEP ihre selbst genähten Taschen und Decken.

Mit Hinblick auf die anhaltende Corona-Pandemie haben die Teilnehmerinnen den Bedarf erkannt und Schutzmasken genäht. Diese werden an die MitbürgerInnen von Las Galeras gespendet, wodurch gleichzeitig zum Tragen der Masken ermutigt werden soll.

Foto der Studentinnen und ihrer genähten Werke.
Die stolzen Teilnehmerinnen des Nähkurses vor ihren selbst genähten Vorhängen und Bettdecken.

Auch die Vorstände des Vereins nehmen an touristischen Aktivitäten teil, berichtet die Tauchlehrerin Raquel Samboy. Sie zeigen den BesucherInnen der Insel zum Beispiel die lokale Gastronomie und erzielen dadurch einen kulturellen Austausch. Diese Interaktion bietet Reisenden die Möglichkeit, die Kultur und Traditionen auf authentische Weise kennenzulernen.

Die Gemeinde Rincón, die ca. 100 km von Las Galeras entfernt liegt, hat sich vor allem der Landwirtschaft und Permakultur verschrieben. Die ebenfalls sehr engagierte Orquidea Susana unterrichtet dort die Permakultur-Workshops. Sie berichtete, dass viele Frauen der Gemeinde aus Tradition in der Landwirtschaft tätig sind. Sie wenden die Prinzipien der Permakultur traditionell und intuitiv an und leben in Harmonie mit der Natur, was bedeutet, dass sie nur wenig negativen Einfluss auf die Umwelt haben. Permakultur ist ursprünglich ein nachhaltiges Konzept für Landwirtschaft und Gartenbau, welches auf der Nachahmung natürlicher Ökosysteme und Kreisläufe in der Natur basiert. Die Teilnehmerinnen des Permakultur-Workshops bewirtschaften erfolgreich Schweine- und Hühnerfarmen. Zudem stellen sie Handwerkskunst her, welche sie verteilen oder vermarkten, denn innerhalb ihrer Gemeinde wird der faire Handel gepflegt und Überschüsse werden gerecht verteilt.

Die Frauen der Gemeinde Rincón sind hoch engagiert und haben eigenständig kleine Lebensmittelgeschäfte gegründet, um damit wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erzielen. Das entsprechende Knowhow hatten sie sich durch die Kurse des Vereins der Unternehmerinnen von Las Galeras aneignen können.

Neben dem Verein der Unternehmerinnen spielen auch andere engagierte Frauen in Las Galeras eine entscheidende Rolle. Beispielsweise gibt es Frauengruppen, die sich zusammengeschlossen haben, um Kinder zu unterrichten oder Strandreinigungen zu organisieren. Sie alle leisten einen Beitrag für die nachhaltige Zukunft.

Ein Strand in Las Galeras.
Las Galeras hat viele schöne Strände zu bieten, wie auch den Strand Madama.

All die hochengagierten Frauen von Las Galeras tragen mit ihren Aktivitäten und erlernten Fähigkeiten zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Destination bei. Sie bilden eine Gemeinschaft, deren Werte auf dem Erhalt der Ökosysteme und dem Schutz und der Förderung der Biologischen Vielfalt beruhen.

Die TourCert-Zertifizierung soll auch dazu führen, dass die Aktivitäten der engagierten Frauengruppen zusammengedacht und unter einem Dach vereint werden.

 

Tags
Empowerment, Frauen Initiativen, Frauenpower, Las Galeras

esende